"Nach der Ernte"
(Ein Stimmungsbild)
Man sieht nur noch Getreidestoppeln
und hin und wieder Hasen hoppeln
Es ist noch nicht so lange her,
da war das Kornfeld wie ein Meer.
Doch manchmal hat dies Meer auch Löcher,
´mal weniger, ´mal noch und nöcher
Man kann das Postkartenidyll
ganz leicht zerstören, wenn man will.
Lateinisch heißt´s „Cercosporella“
doch „Halmbruch“ spricht sich eben schneller,
egal ob deutsch oder Latein -
der Pilz brockt uns den Ärger ein.
Der Halm kann sich kaum aufrecht halten,
und wüten die Naturgewalten,
dann läuft die Sache ziemlich dumm,
und alle Halme knicken um.
Man spricht von „lagerndem Getreide“.
Weizen und Gerste, alle beide,
die müssen schnell vom Acker weg.
Abwarten hat hier keinen Zweck.
Der Mähdrescher bemüht sich wacker,
alsbald liegt da der Stoppelacker.
Man meint, da sei kein Leben d´rin,
doch schaut man einmal näher hin,
sieht man kompaktes Bodenleben
vor allem seit- und aufwärts streben.
Es wächst in dieser Stoppelschicht
sehr vieles, denn jetzt gibt es Licht.
Jedoch kann man die Tage zählen,
wo es so bleibt. Das Stoppelschälen
bringt in den Boden wieder Luft.
Zuvor jedoch erfüllt der Duft
